Der Nahuatl-Segen

Dieser Segen, dessen wahrer Ursprung jedoch nicht weiter verifizierbar ist, wurde im 7. Jahrhundert im Tal von Mexiko (Zentralregion Mexikos) verfasst. Dessen Worte rufen dazu auf, uns - in Liebe - von allen Abhängigkeiten zu befreien und uns selbst und anderen dabei zu vergeben. Der Text zeigt auf, dass es im Leben maßgeblich ist, auf das eigene Herz zu hören und lässt beim Durchlesen erahnen, wo das eigene Potenzial da und dort bzw. der eigene Herzensweg doch noch blockiert ist.

 

Das wahre Ziel jeder Seele ist es, die göttliche Liebe auch auf Erden zu leben. Dies ist jedoch nur möglich, wenn man beginnt eins zu eins der Weisheit des eigenen Herzens zu folgen und dabei das Ego und den Verstand außen vor lässt. Jede Seele hat das Recht, sich zu verwirklichen und die Herzenswünsche umzusetzen, selbst wenn dies heißt mit einschränkenden Familientraditionen endgültig brechen zu müssen.

 

Der Nahuatl-Segen öffnet das Bewusstsein für die vielleicht noch unsichtbaren Bande, die einem diesbezüglich weiterhin vom eigentlichen Seelenweg abhalten.

 

Liebe hat niemals mit sich verbiegen und verdrehen zu tun. Sie beginnt in allererster Linie immer bei sich selbst. Nur in der Selbstannahme und Eigenliebe wird ein Weg für die Liebe zum Außen, zur Umwelt geebnet. "Liebe dich selbst wie deinen Nächsten" heißt nichts anderes, als für die eigenen Herzenswünschen zu brennen, und diesen immer und überall - selbst gegen den Willen der eigenen Familie - zu folgen!

 

Dazu gehört auch, den Weg der anderen in Liebe anzunehmen, im Vertrauen, dass jeder von uns immer sein Bestes und Möglichstes gegeben hat bzw. gibt. In anderen Worten ist dieser Segen auch ein Aufruf, andere für ihre Fehler und Versäumnisse nicht mehr zu verurteilen, sondern ihnen aus tiefstem Herzen zu verzeihen, immer in der Gewissheit, dass wir alle ja im selben Boot sitzen...

Hier zum eigentlichen  Text des Nahuatl-Segens:

Ich befreie meine Eltern von dem Gefühl, dass sie mit mir versagt haben.

 

Ich befreie meine Kinder von der Notwendigkeit, mich stolz machen zu müssen.

Mögen sie ihre eigenen Wege nach Herzenslust gehen.

Mögen sie ihrer Intuition folgen und so ihre Träume verwirklichen.

 

Ich entbinde meinen Partner von der Verpflichtung, mich zu vervollständigen.

Mir fehlt nichts, ich lerne die ganze Zeit mit allen Wesen.

 

Ich danke meinen Großeltern und meinen Vorfahren, die auf die Welt gekommen sind, damit ich heute das Leben atmen kann.

Ich befreie sie von früheren Versagen und unvollendeten Wünschen, wissend, dass sie ihr Bestes getan haben, um ihre Lebensumstände in bester Art und Weise zu tragen, so gut es ihnen möglich war.

 

Ich ehre sie, liebe sie und erkenne sie als frei von aller Schuld an.

Ich ziehe  meine Seele vor ihren Augen aus, deshalb wissen sie, dass ich nichts mehr verstecke oder schulde, außer mir selbst und meiner eigenen Existenz treu zu sein, indem ich der Weisheit meines Herzens folge.

 

Ich erfülle meinen Lebensplan frei von familiärer Loyalität.

 

Ich weiß, dass mein Friede und mein Glück in meiner eigenen Verantwortung liegen.

 

Ich verzichte auf die Rolle des Retters, derjenige zu sein, der die Erwartungen anderer vereint oder erfüllt.

 

Indem ich durch und nur durch Liebe lerne, ehre ich meine Essenz und segne mein Wesen und meine Ausdrucksweise, auch wenn man mich vielleicht nicht versteht.

Ich verstehe mich, weil nur ich meine Geschichte gelebt und erlebt habe.

Weil ich mich selbst kenne, weiß ich wer ich bin, was ich fühle, was ich tue und warum ich es tue.

 

Ich ehre mich, ich liebe mich und erkenne mich als frei von Schuld an.

 

Ich ehre dich, ich liebe dich und erkenne dich als frei von Schuld an.

 

Ich ehre die Göttlichkeit in mir und in dir.

 

Wir sind frei.

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